Malta – Meine Eindrücke

Vielleicht geht es Euch wie mir, und Ihr habt Euch nie wirklich mit der Insel die da so unter Italien hängt auseinandergesetzt. Das solltet Ihr aber! Malta ist wirklich ein wunderschönes Reiseziel, und überhaupt nicht weit weg!

Hätte mein Freund nicht ursprünglich mal geplant ein Praktikum auf Malta zu machen hätte auch ich mich gar nicht weiter für Malta interessiert. Ich wollte ihn nach seinem Praktikum besuchen, so das wir noch ein paar schöne Urlaubstage zusammen verbringen können. Aus dem Praktikum wurde zwar nichts, aber nachdem ich ein bisschen gegoogelt hatte war ich ganz angetan von Malta und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.

 

Anreise

 
Ab Bremen gibt es leider keine Direktflüge, somit sind wir hin über München und zurück über Frankfurt geflogen. Alles in allem waren wir so gut 4,5 Stunden unterwegs, wobei die eigentliche Flugzeit von Deutschland nach Malta nur gut 2 Stunden beträgt. Also wenn Ihr nicht gerade in Bremen wohnt seid Ihr wirklich super schnell da.

Wir waren auf der Insel nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das klappt wirklich wunderbar. Busse fahren regelmäßig und pünktlich. Für 2 EUR kann man 2 Stunden fahren. Da kann man wirklich nichts zu sagen. Es gibt allerdings auch Angebote, wie z.B. Karten für 12 Fahrten, 30 Fahrten etc. Die kann man sich entweder gleich am Flughafen besorgen oder bei der Tourist Information.

Die Busse fahren zu allen interessanten Spots, allerdings über Umwege. Uns hat das nicht gestört, denn wir haben so viel von der Insel gesehen, wenn Ihr allerdings nicht so viel Zeit habt solltet Ihr Euch ein Taxi organisieren oder über einen Mietwagen nachdenken, ABER: auf Malta herrscht Linksverkehr und durch die engen Gassen zu fahren kann recht abenteuerlich sein!

 

Unterkunft

 
Wir haben über Airbnb ein Zimmer in Senglea gebucht. Das hat uns total gut gefallen, etwas abseits der Massen, aber super schön am Hafen gelegen. Hotels sind auch nicht immer ganz günstig, da lohnt es sich zu vergleichen. Die Städte Senglea, Valletta und Vittoriosa liegen ganz nah beieinander, so das Ihr alle drei auf einen Streich anschauen könnt, wobei gerade Valletta so schön ist das Ihr unbedingt mehr als einen Tag dort verbringen solltet.

Jede der drei Städte hat einen eigenen Hafen. Senglea und Vittoriosa liegen sich gegenüber und sind durch eine Hafenpromenade verbunden, hier kann man also direkt laufen. Nach Valletta fahren entweder Fähren oder traditionelle Boote der Einheimischen. Diese wunderschönen bunten Boote sieht man überall im Wasser. Die Fahrer kann man direkt ansprechen. Sie fahren Euch für 2 EUR nach Valletta, die Fähre ist einen Ticken günstiger, ich würde aber trotzdem immer die traditionellen Boote bevorzugen, sie sind wirklich toll und die Fahrer haben auch gute Tipps und Informationen.

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Sehenswürdigkeiten

 
Zu entdecken gibt es auf Malta wirklich Unmengen. Wie immer kommt es hier natürlich auf den persönlichen Geschmack und die Interessen an. Wir haben uns z.B. weder Museen angeschaut, noch die Kathedralen.

 
Valletta

Unsere Erkundungen haben wir in Valletta gestartet, und ich übertreibe wirklich nicht wenn ich sage das Valletta für mich eine der schönsten Städte überhaupt ist. Die Gassen, die Gebäude, einfach traumhaft. Ich würde Euch unbedingt empfehlen mindestens einen Tag lang einfach durch die Gassen zu schlendern, in den vielen zauberhaften Cafés einen Kaffee zu trinken, etwas Leckeres zu essen und einfach das Leben und geschäftige Treiben zu beobachten. Es gibt wirklich nichts Schöneres in Valletta.

 

Upper Barrakka Gardens

 
Wenn man im Hafen von Valletta ankommt, nimmt man am besten den Fahrstuhl hoch zur Innenstadt. Dieser liegt gegenüber des Bootsanlegers und ist wirklich nicht zu verfehlen. Mit dem Fahrstuhl landet man direkt in den Upper Barrakka Gardens. Hier hat man nicht nur einen tollen Ausblick auf den Grand Harbour man kann hier auch wunderbar sitzen, das Wetter genießen, Eidechsen entdecken und sich an den Blumen erfreuen. Durch den Garten gelangt man direkt in das City Center von Valletta.

 
Lower Barrakka Gardens

 
Diese Parkanlage befindet sich auf dem unteren Bereich der St. Christopher’s Bastion. Es ist eine kleine Oase, in der man ganz toll einen Moment abschalten kann vom hektischen Treiben der Stadt. Für mich auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

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Mdina

 
Eine weitere wunderschöne Stadt ist Mdina, die alte Landeshauptstadt. Sie liegt im Landesinneren und ist ganz einfach mit dem Bus zu erreichen. Schon wenn man aus dem Bus aussteigt wird man von einem hübschen kleinen Park und dem beeindruckenden Stadttor empfangen. Auch hier gibt es für Geschichtsinteressierte viel zu entdecken, so z.B. die Mdina Kathedrale oder das Mdina National Museum of Natural History. Wir haben in Mdina nur einen Nachmittag verbracht und haben uns einfach unters Volk gemischt. Wir haben uns die beeindruckende Architektur angesehen, sind durch die Gassen spaziert und haben im berühmten Fontanella Tea Garden Kaffee getrunken.

 

 

Comino

 
Ab Cirkewwa, ganz im Norden Maltas werden Bootstouren zu den kleineren Inseln Comino und Gozo angeboten.

Ursprünglich wollten wir einen Tagesausflug nach Comino machen, aus dem aber aufgrund der Menschenmassen nur ein Halbtagesausflug wurde. Schon bei Ankunft geben die laute Partymusik und wummernden Bässe einen Vorgeschmack auf das was einen dort in der Hauptsaison erwartet.

Comino ist eine wunderschöne Insel südlich von Malta, ABER macht nicht den Fehler wie wir und fahrt dort in der Hauptsaison hin, es sei denn es stört Euch nicht das Ihr vor lauter Menschenmassen kaum stehen könnt. Comino ist berühmt für seine blaue Lagune. Das Wasser ist auch wirklich glasklar, doch für mich ist Comino ein Bespiel für rücksichtslosen Tourismus, und das obwohl Comino z.B. eine super interessante Vegetation hat. Wir haben dort die Malta-Eidechse und sogar den blauen Walzenskink entdeckt. Doch gerade in der Hauptsaison versinkt die Insel in Plastikmüll. Das ist wirklich schwer zu ertragen und hat diesen Ausflug für mich komplett ruiniert. Mülleimer und Behälter sind überall verfügbar, werden aber aus mir unerklärlichen Gründen nicht genutzt. Hier möchte ich wirklich an uns alle appellieren! Wir sind in der Verantwortung! Jeder von uns! Es ist wirklich keine Herausforderung seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, und solle es keine Mülleimer geben oder sind die vorhandenen voll, dann nimmt man seinen Müll einfach so lange mit, bis man einen freien Mülleimer findet.
Ich bin mir sicher ein Besuch auf Comino ist im Frühjahr oder Herbst lohnenswerter. Dann ist die Insel weniger überlaufen, es ist nicht ganz so heiß und Ihr könnt auch wirklich etwas von der Insel sehen.

 
Ħaġar Qim

 
Einen weiteren halbtägigen Ausflug haben wir zu dieser Ausgrabungsstätte in Qrendi gemacht. Diese Tempel gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Tempelanlage war mal ein bedeutendes Kulturzentrum, dies wird im angrenzenden Museum ein bisschen erklärt. Sie wurde zwischen 3600 und 2500 v. Chr. erbaut. Ich würde empfehlen sie gleich früh morgens zu besuchen, denn das Gelände ist sehr weitläufig und im Sommer ist es ab 10 Uhr wirklich brütend heiß. Die Tempel sind mit riesigen Planen vor Wind und Wetter geschützt, und so finden Besucher auch Schattenplätzchen was im Sommer wirklich Gold wert ist.

 
Golden Bay und Għajn Tuffieħa

 
Wir haben zwei der wenigen Sandstrände auf Malta besucht, wobei wir uns letztendlich entschieden haben Għajn Tuffieħa etwas ausführlicher zu erkunden. Beide Strände sind wirklich schön. Im Sommer  – wie zu erwarten war – aber sehr überlaufen. Die Golden Bay mehr, da sich dort auch direkt nebenan ein großes Hotel befindet.

Von der Bushaltestelle muss man noch ca. 10 Minuten laufen um zu Għajn Tuffieħa zu gelangen. Hier ist es ein bisserl weniger überlaufen und was mir besonders gut gefällt ist, das eine Non-Profit-Foundation Beach Clean Ups organisiert und sich wirklich sehr dafür einsetzt das Strand, Wasser und Umgebung sauber bleiben. Das wurde sogar von der Foundation for Environmental Education mit der sogenannten Blauen Flagge ausgezeichnet, für herausragende Wasserqualität und Sicherheit.

Trotzdem ist hier wieder jeder Einzelne von uns gefragt, denn zaubern kann die Organisation auch nicht, und wir Touristen hinterlassen nun mal Berge von Müll. Beim Wandern in der Umgebung haben wir nämlich trotzdem so viel Müll enteckt, sogar eine total zugemüllte Grillstelle unter einem Felsvorsprung. Das ist echt nicht in Ordnung. Wir haben eine Verantwortung!

 

 

Menschen

 
Die Einheimischen mögen auf den ersten Blick ein wenig ruppig wirken, aber das täuscht. Sie sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ich fand es immer total schön sie morgens an den Bushaltestellen zu sehen. Dort sind auch fast immer kleine Lebensmittelgeschäfte. Hier trifft man sich, gerade ältere Menschen. Ich finde das richtig toll. Bei uns sind ältere Menschen oft von Einsamkeit betroffen, auf Malta sind sie sehr gesellig, das würde ich mir für uns auch wünschen. Tagsüber ist meist Siesta weil es gerade in den Sommermonaten wirklich extrem heiß ist, doch abends sind wieder alle auf den Straßen, sitzen zusammen, essen, lachen, die Kinder spielen dabei. Gerade für uns Deutsche ist das immer etwas befremdlich, das die Leute sich einfach Campingstühle nehmen und auf die Gehsteige setzen, aber was spricht dagegen? Es gibt in dem Sinne keine Gärten aber man kann die Abende ja trotzdem draußen verbringen.

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Essen

Das typische maltesische Essen ist sehr fleischlastig. Das Nationalgericht ist Kaninchen. Das ist natürlich gar nichts für mich. Man findet aber wirklich in jedem Restaurant Nudeln, Pasta, Focaccias, also sehr viele italienische Gerichte. Für Vegetarier ist die Auswahl wirklich groß, veganes Essen hingegen ist auf Malta (noch) kein so großes Thema. Man findet allerdings trotzdem einige vegane Gerichte, die bloß nicht als solche deklariert sind.

In Valletta jedoch gibt es ein wirklich tolles Veganes Restaurant, das Soul Food. Es werden auch vegetarische Gerichte und Fleischgerichte angeboten, aber der Großteil ist wirklich vegan. Das hat mich natürlich riesig gefreut. Es gibt tolle Linsen- oder Kichererbsenburger, Buddha Bowls, leckere frische Smoothies und sogar Desserts. Alles ist organisch und bio. Richtig toll.

 

 

 
Ich muss sagen – obwohl ich sonst eher ein Naturfreak bin – sind für mich das Schönste auf Malta die Städte. Valletta ist wirklich mein absoluter Favorit. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall auch ein kurzer Städtetrip, wenn Ihr Lust auf eine kleine Auszeit habt. Auch in ein paar Tagen könnt Ihr wunderbar die Three Cities, Valletta und Mdina erkunden.

 

Faszinierend fand ich auch den Kontrast zu Stadt und Land. Während man in den Städten den viktorianischen und barocken Einfluss sieht, so findet man auf dem Land den nordafrikanischen. Die Sandfarbenen Gebäude, hier und da ein Farbtupfer durch Blumen oder die lustigen Prickly Pears.

 

 

Malta, ich mag Dich.

Verfasst von

Storyteller. Traveler. Nature Lover.

2 Kommentare zu „Malta – Meine Eindrücke

  1. Malta ist ein phantastisches Reiseziel, ich war dort 2005 eine Woche lang, um meinen Bruder und meine Schwägerin zu besuchen, als diese auf Malta ein halbjähriges Krankenhauspraktikum machten. Die beiden haben sich auch sofort Hals über Kopf in den Inselstaat verliebt und sind seitdem mehrfach als Urlauber wieder dorthin geflogen. Eine wirklich tolle Insel, die man wenigstens einmal im Leben gesehen und erlebt haben sollte! 👍

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