Meine Hair-Story

Jeder hat etwas an seinem Körper (oder auf seinem Kopf) das er nicht so gern mag. Vielleicht ist man dadurch nur ein wenig verunsichert (vor allem wenn man sowieso einen schlechten Tag hat), vielleicht leidet man aber auch richtig darunter. Das hat für mich nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. Klar, wenn ich aussehe wie ein Supermodel und ständig sage „meine Haare sehen unmöglich aus“ oder „ach meine Oberschenkel sind sooo dick“ dann ist das nichts weiter als fishing for compliments. Aber für uns Normalos kann es manchmal schon ein bisschen schwierig sein, besonders wenn man von allen Seiten hört wie man auszusehen hat. Schließlich wird nicht jeder mit einem riesigen Selbstbewusstsein geboren und steht einfach darüber (auch wenn das wünschenswert wäre). Jeder möchte sich wohl in seiner Haut fühlen, doch das ist eben nicht immer so einfach.

Mein persönlicher Unsicherheitsfaktor sind meine Haare.

Ich habe feines, krauses Haar.

Nein, sie sind nicht lockig, sie sind kraus. Das ist ein riesengroßer Unterschied, glaubt mir.

Außerdem sind sie extrem empfindlich. Ihr Mädels da draußen mit dem selben Haartyp werdet ganz genau wissen was ich meine. Die Empfindlichkeit zeigt sich darin, das meine Haare einfach abbrechen, wenn ich z.B. im Urlaub öfter eine Taucherbrille trage. Dort wo das Gummi sitzt brechen die Haare. Ein anders Beispiel ist das Tragen einer Reitkappe. Als Kind war ich öfter auf dem Reiterhof. Durch die Reitkappe sind mir die Seitenpartien meiner Haare fast komplett abbgebrochen.

Zu allem Überfluss scheinen meine Haare es auch witzig zu finden nach jeder Haarwäsche anders auszusehen. Ich habe aktuell schulterlange Haare. Eigentlich gehen sie mir sogar bis zum Schlüsselbein wenn sie nass sind, doch das sieht niemand außer mir. Ich gebe zu, ich habe absolut keine Lust sie zu föhnen oder irgendwie zu stylen. Das liegt aber auch daran das ich einen Großteil meiner Haare verloren hatte, und nach dem Haare föhnen stand ich quasi in einem Kreis aus meinen eigenen Haaren.

Aber fangen wir ganz am Anfang an:

Als Kind ist einem relativ egal wie man aussieht, jedenfalls bzw. zum Glück war es bei uns damals noch so. Ich wusste zwar das meine Haare anders sind als die von meinen Freundinnen aber das war egal. In der Pubertät sah das schon anders aus. Die Naturkrause kam mehr und mehr durch und das gefiel mir nicht wirklich gut, doch dagegen tun konnte ich ja schließlich auch nichts. Ich habe mich also irgendwie mit ihnen arrangiert, mal mehr mal weniger gut. Alles in allem waren meine Haare ok. Sie waren nicht dünn nur eben kraus und empfindlich.

So richtig unglücklich war ich das erste Mal als ich mit Freunden in der Disco war und eine Mitschülerin sagte „Oh Du siehst ja heute ganz anders aus, total hübsch“, weil ich meine Haare glatt geföhnt hatte. Also sah ich sonst nicht hübsch aus? So fingen an Zweifel in mir zu wachsen, die mit Anfang 20 ihren Höhepunkt erreichten. Merkwürdigerweise schienen meine Haare auch nur bis zu einer bestimmten Länge wachsen zu wollen, jedenfalls kam es mir so vor. Vielleicht war ich auch zu ungeduldig und frustriert, also ließ ich sie immer wieder nachschneiden. Dann waren sie für ein paar Wochen ok, bis ich wieder das Gefühl hatte ich habe ein Vogelnest auf dem Kopf. Ich habe meine Haare nur noch hochgesteckt getragen, alles andere ging für mich gar nicht mehr.

Ich entschied mich für eine Haarverlängerung um endlich den Traum von einer tollen Mähne wahr werden zu lassen. Obwohl mir die Haarverlängerung nicht geschadet hat, so war sie dennoch der Anfang vom Ende für meine Haare. Nachdem die Haarverlängerung wieder draußen war (ich habe sie nur ca. 2 Monate getragen, das war absolut nichts für mich) kamen mir meine Haare natürlich schrecklich dünn vor. Zudem hatte der Frisör meine eigenen Haare auch ein bisschen stufig geschnitten und ausgedünnt, damit die Haarverlängerung sich besser eingliedert. Ich ließ mir die Haare zu einem Bob schneiden, was mir auch gut gefiel, aber die Krause hat mich immer mehr genervt. In einer Zeitschrift entdeckte ich dann einen Artikel der mir wie meine Rettung erschien, wie das Wundermittel auf das ich ein Leben lang gewartet hatte: eine dauerhafte Haarglättung mit Keratin, auch Brazilian Blowout genannt. Ich hatte nichts zu verlieren (so glaubte ich damals) also probierte ich es aus, mit einem Kit für zu Hause. Das hat einwandfrei funktioniert. Über die Tatsache das ich mir da einen Chemiecocktail der Extraklasse in die Haare schmierte, was auch nur bei weit geöffnetem Fenster möglich war, sah ich großzügig hinweg. Das Keratin aus tierischen Stoffen besteht (z.B. gemahlene Hufe, Hörner oder Haare) habe ich auch erst später herausgefunden. Ich habe einfach nicht darüber nachgedacht.

Erstmal schien mir diese Keratinbehandlung wie der heilige Gral für meine Haare. Ich wendete das Keratin alle paar Monate an und fuhr damit sehr gut. Auch wenn das jetzt albern klingt (und ihr Mädels mit normalen Haaren werdet das sicher nicht verstehen können) aber das hat meine Lebensqualität enorm verbessert. Meine Haare saßen einfach immer. Keine Überraschungsfrisur mehr nach jeder Haarwäsche, kein explodiertes Nest auf dem Kopf bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit. Klar waren sie nicht super dick und voluminös, das waren sie noch nie, aber sie saßen einfach immer problemlos, von ganz allein.

Je öfter ich das Zeug allerdings anwendete, desto mehr nahm es meine Haare mit. Ich wollte also einerseits damit aufhören, andererseits wollte ich mein neues Lebensgefühl aber nicht mehr missen. Mit der Zeit schien es allerdings immer weniger zu wirken. Meine Haare wurden strohiger und auch immer dünner. Innerhalb weniger Monate verlor ich fast die Hälfte meiner Haare. Das muss nicht zwingend durch die Keratinglättung passiert sein, ich hatte zu der Zeit auch einen schlimmen Eisenmangel, aber Fakt war: die Hälfte meiner Haare ist einfach abgebrochen oder ausgefallen. Der Haarbruch war sogar noch ausgeprägter als der Haarausfall. Selbst meine Frisörin war ratlos.

Ich weiß bis heute nicht was genau die Ursache dafür war. Ich vermute ein Zusammenspiel aus allem, die Chemie, der Nährstoffmangel und die extrem empfindlichen Haare.

Das war der pure Alptraum für mich. Ich weiß, auch das mag albern klingen, schließlich gibt es haufenweise Menschen die tagtäglich mit echten Problemen kämpfen müssen, aber das war trotzdem sehr schlimm für mich. Die Tatsache das meine Haare sowieso kraus und empfindlich sind machte das Ganze noch schlimmer. Natürlich wuchsen auch ein paar Haare nach, aber diese kurzen Haare schoben die anderen nach oben, so das ich aussah als hätte ich eine Wasserwelle im Haar. Es kam mir außerdem so vor, das für jedes nachwachsende Haar mindestens zwei andere abgebrochen sind. Irgendwie erschien mir das alles wie eine fiese Kettenreaktion.

Ich wünschte ich könnte Euch jetzt sagen ich hätte das Zaubermittel schlechthin gefunden, doch das habe ich leider nicht. Auch wenn ich mir selbst oft das Gegenteil wünsche, aber kein Produkt der Welt kann Haare dicker machen und schneller wachsen lassen. Diejenigen die Volumen und dickere Haare versprechen wirken indem (meist chemische) Stoffe um die Haare herumgelegt werden und sich dort ablagern.

Allerdings haben mir ein paar Dinge sehr geholfen und den Zustand meiner Haare wirklich gravierend verbessert. Ganz wichtig ist auch viel Geduld. Ich weiß, die hat man in so einer Situation nicht wirklich, aber Haare wachsen nun mal nur einen Zentimeter pro Monat. Krause Haare wie meine wachsen sogar noch etwas langsamer. Das Allerwichtigste ist eine gesunde Ernährung. Hochwertige Fette, Eisen, Eiweiß und Vitamine sind wertvolle Helfer. Ich bin selbst ein schwieriger Typ was Essen angeht. Ich mag Vieles einfach nicht. Aber man kann ja tricksen, indem man z.B. Gemüse das man nicht so gern mag einfach in Smoothies mixt. Ich mache das mit roter Beete. Rote Beete ist mein absoluter Held. Witzigerweise kann mein Körper Eisen aus der roten Beete relativ gut aufnehmen und verwerten. Eiweiß bekomme ich durch Hülsenfrüchte, Tofu und Nüsse, diese enthalten auch wichtige und gesunde Fette.

Als nächstes habe ich meine kompletten Haarpflegeprodukte durch Naturkosmetik ersetzt. Auch das macht einen Riesenunterschied. Ich weiß, die Umstellung ist insofern schwer weil die Haare die Naturkosmetik nicht sofort zu schätzen wissen. Die Übergangsphase ist nicht einfach, vor allem nicht wenn man sowieso Problemhaare hat. An ganz schlimmen Bad Hair Days war ich drauf und dran zu silikonhaltigen Produkten zu greifen, doch es lohnt sich wirklich durchzuhalten. Ich hatte lange Zeit das Gefühl das diese Umstellung nichts bringt. Die Haare brachen immer noch ab und wuchsen auch nicht so nach wie ich es mir erwünscht hatte, obwohl ich meine Haare in der Zeit nicht gefärbt habe und nur lufttrocknen ließ. Es braucht einfach ein Weilchen bis der Körper die ganzen Schadstoffe los wird, und sich die Nährstoffe (durch gesunde Ernährung) ausbreiten.

Die Anzahl unserer Haare ist genetisch vorbestimmt, auch ihre maximale Länge. Da können auch Shampoos und co. keine Wunder vollbringen, wie uns die Werbung ja nur zu gern glauben machen möchte. Man kann aber das Beste aus dem machen was man hat.

Es hat lange gedauert bis ich das verinnerlicht habe. Ich muss gestehen ab und zu, wenn ich einen üblen Bad Hair Day habe oder allgemein einfach unzufrieden bin, dann bin auch ich extrem anfällig für solche Werbung und gerate in Panik, ja nicht sogar in Zugzwang. Aber dann sage ich mir selbst ganz schnell: „Reiß dich zusammen, Jess! Das hast Du nicht nötig.“

Ich möchte Euch gern noch meine momentanen Haarpflege-Favoriten vorstellen. Aufgrund meines Haartyps wurde mir empfohlen meine Shampoos regelmäßig zu wechseln bzw. 2 verschiedene Shampoos abwechselnd zu nutzen. Das funktioniert wirklich richtig gut.

Ich benutze einmal das Everyday-Shampoo von Alterra in Kombination mit dem Repair Conditioner von Glossy Locks oder das Mandelmilch-Shampoo, ebenfalls von Alterra, zusammen mit der Hair-Repair Maske von Aubrey Organics. Diese Kombination bekommt meinen Haaren aktuell am besten.

 

Die Kur von Aubrey Organics finde ich so gut, das ich demnächst auch die Shampoos ausprobieren möchte. Hat jemand von Euch schon Erfahrung damit? Wenn ja, schreibt mir gern wie sie Euch gefallen haben.

In meine trockenen Spitzen (oder meinen Pony) gebe ich etwas Öl, z.B. Kokosöl oder das Smoothing Serum von i like green oder ich verwende reine Sheabutter oder Cupuacu Butter als Kur auf meinen trockenen Haaren vor der Haarwäsche.

Ich lasse meine Haare nach wie vor lufttrocken, nur meinen Pony glätte ich ab und zu. Den habe ich mir vor Kurzem schneiden lassen, und ich kann Euch sagen, auch mit dünnen, krausen Haaren kann man Pony tragen. Das Coole ist, wenn der Pony sitzt, dann sieht die ganze Frisur viel gepflegter aus. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten. Ich hatte erst einen richtigen Vollpony. Den musste ich glätten, aber mittlerweile habe ich einen sehr kurzen fransigen Pony den ich wirklich nicht glätten müsste, denn er sitzt einfach so. Das habe ich absolut nicht erwartet. Ich bin super positiv überrascht.

Zum Schluss noch ein Vorher-/Nachher-Bild. Man sieht meiner Meinung nach schon einen DEUTLICHEN Unerschied  😉

Links einmal vorher (die Bildqualität ist nicht die Beste, sorry!), rechts ein aktuelles Bild von mir.

 

 

Disclaimer: Dies ist keine Werbung! Der Post spiegelt einzig und allein meine Meinung und Erfahrungen mit den genannten Produkten wieder.

Verfasst von

Storyteller. Traveler. Nature Lover.

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